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Uns war von Anfang an klar, dass wir ein paar Mauersegleren einen Nistplatz zur Verfügung stellen wollen. Die energetische Sanierung des Hauses im 2012/2013 gab uns die Gelegenheit, dies zu realisieren. Als erstes haben wir uns Gedanken über die Nistkästen gemacht. Wie wollen wir sie montieren, wie gross müssen sie sein und zu guter letzt wie viele können und wollen wir montieren. Dank dem Internet wurden wir schell mit einer ansehnlichen Anzahl von Varianten und Ideen versorgt. Wie ein Nistkasten aussehen sollte, wie einer gebaut werden kann, welche Materialien sich eignen und welche Dimensionen dieser haben muss. Doch das wäre viel zu einfach gewesen! Natürlich passte kein Model genau unter unser Dach. Also mussten verschiedene Varianten erst mal zu Papier gebracht und auch Prototypen hergestellt werden.

Schon bald hatten wir eine Variante, doch stellte sich heraus, dass dieser Nistkasten nicht das "Ei des Kolumbus" war. Nach ein paar Anpassungen am Design entstand ein passender Nistkasten. Anfangs Juni 2012 haben wir 7 solcher Nistkästen angefertigt und unter das Dach gehängt. Und siehe da, bereits im selben Sommer und völlig unerwartet, tauchte ein Schwarm von ca. 15 Mauerseglern auf. Schon bald wurden 4 Nistkästen in den folgenden Tagen ständig angeflogen. Später sind dann nur noch zwei Pärchen in einem Nistkasten geblieben. In der Hoffnung, dass beide Pärchen im kommenden Jahr die beiden Nistkästen belegen, warteten wir gespannt auf den Frühling 2013. Leider ist dann nur noch ein Pärchen zurückgekehrt.
Es ist übrigens das Nest, welches im Livestream gezeigt wird!
Da die Nistkästen vom Fenster her leicht erreicht werden können, haben wir sie mit mit einem klappbaren Boden mit Zugang zum Innenraum für die Reinigung versehen. Obwohl der Mauersegler nachweislich nicht als "Dreckspatz" bekannt ist, sammelt sich während einer Brutsaison so einiges an Unrat an. Auch kann auf diese Weise der Mauerseglerlausfliege, ein Parasit, leicht aus dem Brutkasten entfernt werden. Auch das Einflugloch kann so ohne Probleme mit Zeitungspapier verschlossen werden während der Abwesenheit der Segler, damit nicht andere Vogelarten wie z.B. Spatzen oder Stare, die Nistkästen belegen. Dies machen wir aber erst im März. Über den Winter lassen wir die Nistkästen offen für die Baumläufer und Meisen. Die nehmen diese geschützten Plätze gerne an, wenn es mal so richtig kalt wird.  Mitte April werden die Einfluglöcher wieder geöffnet, so dass bei der Ankunft der Mauersegler der Zugang sichergestellt ist. Mit dem Verschliessen der Löcher wollen wir vermeiden, dass die früher brütenden Spatzen oder Stare die Nester belegen und später dann von den Mauersegler aus dem Nest vertrieben und die Brut verloren geht.
Der Frühling 2013 war für die brütenden Vögel in der Schweiz allgemein sehr schwierig. Es gab einen sehr kühlen Start in die Brutsaison, was zur Folge hatte, dass das Eierlegen bei den Mauerseglern mit grosser Verzögerung angefangen hatte. Vermutlich waren unsere beiden Mauersegler noch zu jung und hatten wenig Erfahrung mit dieser schwierigen Situation. Schlussendlich endete die Brutsaison mit dem Resultat, dass die beiden Altvögel die Brut Ende Juli abgebrochen hatten und beide Eier aus dem Nest gestossen wurden. Das abgebildete Ei stammt aus der Brutsaison 2015. Damals hatte es drei Eier im Nest. Unglücklicherweise wurde dieses Ei aus der Nestmulde gestossen und nicht mehr bebrütet.
Nach der erfolgreichen Brutsaisons 2014, wurden wir neugierig und wollten sehen, was im Nest so passiert. Wir installierten im Frühling 2015 eine Webcam und konnten dann erstmals das Brüten, Schlüpfen und Aufwachsen von zwei Mauerseglern live miterleben. Mit dem Einbau der Kamera ist die Idee entstanden, eine Hompege mit Livestream zu kreieren.